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Adolph Freiherr Knigge

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Wissenswertes zur Papstaudienz

Wissenswertes zur Papstaudienz
 
 
  Die Papstaudienz  
 
Eine Papstaudienz kann in unterschiedlichen Formen stattfinden, man unterscheidet dabei 3 Gruppen:

Papstaudienzen
Hier gilt zu unterscheiden
 
 
Die Generalaudienz

Die Generalaudienz findet 1 mal wöchentlich mittwochs in der Audienzhalle statt, die etwa 10.000 Menschen fasst, bei einer größeren Teilnehmerzahl auf dem Petersplatz.

 
 
Die Gruppenaudienz

Diese ist für Gruppen von Geistlichen, Pilgern, ua. und findet mit bis zu 400 Personen in den Räumen des Apostolischen Palastes statt. Darüber hinaus werden Gruppenaudienzen auch in der Audienzhalle abgehalten.



Welche Regularien gelten?
Mehr dazu im Interview mit Monsignore Heldt
 
 
Die Privataudienz

Für Bischöfe, Diplomaten, Politiker, Wissenschaftler, usw. findet diese als Gruppen- oder Einzelaudienz in der Privatbibliothek sowie in 6 - 8 weiteren Räumen des Apostolischen Palastes statt.


Knigge.de hat Monsignore Heldt bei der Prefettura della Casa Pontifica - der Präfektur des Päpstlichen Hauses in Rom - um ein Interview über die Geheimnisse der Papstaudienz gebeten.

Das Päpstliche Haus ist verantwortlich für alle öffentlichen Auftritte des Heiligen Vaters, angefangen bei den großen allgemeinen Audienzen, über die Gottesdienste, bis hin zu den Staatsbesuchen und Privataudienzen. Monsignore Heldt ist für den deutschen Sprachraum verantwortlich. Über seinen Schreibtisch läuft alles, was mit einer Kontaktaufnahme zum Papst zu tun hat, sei es beim Gottesdienst oder in einer Audienz.

knigge.de: Wie kommt es zu einer Audienz? Wird von den Besuchern darum nachgesucht oder ergeht eine Einladung?
Heldt: Zur Generalaudienz am Mittwoch wird im Prinzip jeder zugelassen. Man sollte sich aber rechtzeitig anmelden, etwa 6 Wochen vorher. Alle Anfragen werden von uns schriftlich beantwortet. Es ist wichtig, dass wir rechtzeitig planen können, denn wenn die Anmeldung in letzter Minute erfolgt, gerät die Organisation unter Zeitdruck. Um eine Gruppen- oder Privataudienz suchen die Interessenten grundsätzlich selbst nach. Privatpersonen erhalten jedoch keine Audienz.

knigge.de: Wie lange vor dem Termin muss um eine Privataudienz nachgesucht werden?
Heldt: Der Vorlauf sollte nach Möglichkeit einige Monate betragen, weil der Tagesplan des Heiligen Vaters immer schon sehr weit in die Zukunft geplant wird. Es ist jetzt schon festgelegt, was er am 11. Dezember um 10:45 Uhr macht.

knigge.de: Wie muss man sich den Ablauf einer Gruppen- oder Privataudienz vorstellen und welche Regularien sind zu beachten?
Heldt: Grundsätzlich werden nur wichtige Gruppen empfangen, Teilnehmer von Kongressen und Tagungen. Normale Pilgergruppen hingegen können keine Sonderaudienz beantragen.

knigge.de: Welche Kleiderordnung ist für die Audienz vorgesehen?
Heldt: Das kommt auf den Charakter der Audienz an. Wenn zum Beispiel ein Botschafter sein Beglaubigungsschreiben überreicht, dann trägt er selbstverständlich den Frack mit Orden.

knigge de.: Wird der Frack auch am Morgen getragen?
Heldt: Ja, selbstverständlich. Die Audienzen finden immer am späten Vormittag statt. Bei solchen offiziellen Anlässen ist auch die offizielle Kleidung vorgeschrieben. Für die Botschafter ist der Frack vorgeschrieben, für die Damen in der Regel ein dunkles Kleid.

knigge.de: Trägt Herr Bush auch einen Frack?
Heldt: Das kommt auf den Rahmen an, in dem die Audienz stattfindet. Es gibt die offiziellen Staatsempfänge, da ist dann auch eine Ehrenformation der Schweizer Garde in Galauniform anwesend. Dort wird Frack getragen. Wenn der Besuch eher einen privaten Charakter hat, dann wird ein Anzug getragen, so wie zum Beispiel auch der Bundespräsident den Papst in München begrüßt hat.

knigge.de: Trägt Frau Merkel auch ein schwarzes Kleid? Oder kann sie auch in Rot kommen?
Heldt: Ich habe sie bei ihrem Besuch leider nicht persönlich gesehen. Schwarz ist nicht zwingend vorgeschrieben, sie kann auch Rot tragen, wenn sie das möchte.

knigge.de: Müssen die Damen einen Schleier tragen?
Heldt: Nein, ein Schleier ist nicht mehr vorgeschrieben. Er wird aber noch oft getragen von katholischen Damen aus dem südlichen Europa - Italien, Spanien, Portugal.

knigge.de: Schmuck für die Damen, angebracht oder nicht?
Heldt: Nun, es ist vielleicht nicht gerade angemessen, sich wie ein Tannenbaum zu behängen, aber selbstverständlich dürfen die Damen eine Kette, einen Ring tragen; die Herren einen Ring, das versteht sich von selbst.

knigge.de: Wie gestaltet sich nun der Ablauf?
Heldt: Die Besucher werden von der Schweizer Garde und vom Präfekten des Päpstlichen Hauses in Empfang genommen und in die entsprechenden Räume geführt. Der Heilige Vater geht dann von Raum zu Raum, wo die Besucher auf die Audienzen warten. Diese stehen beim Eintreten des Heiligen Vaters auf. Ob sie dem Heiligen Vater die Hand schütteln, oder den Fischerring küssen oder nicht - dieser wird an der rechten Hand am Ringfinger getragen - bleibt ihnen überlassen. Jedoch sollte der Ring mit den Lippen, wie bei einem normalen Handkuss auch, nicht berührt werden.

knigge.de: Wie viele Räume sind in der Regel an einem Audienz-Vormittag mit Besuchern gefüllt?
Heldt: Man muss sich das so vorstellen, dass in der Regel in etwa 6 - 8 Räumen entweder Einzelpersonen oder Gruppen auf den Heiligen Vater warten. Wenn zum Beispiel ein neuer Botschafter sich anmeldet hat, hat er natürlich ein Gefolge dabei aus seiner Botschaft und vielleicht auch seine Familie. Aber zunächst spricht er mit dem Papst allein, und die Begleitung wird am Ende hinzu gebeten.
Von Seiten des Heiligen Vaters ist anfangs der Präfekt des Päpstlichen Hauses anwesend, der Erzbischof Harvey, ein Amerikaner. Es ist aber bei der Audienz selbst nicht dabei.

knigge.de: Sind diese Räume im Apostolischen Palast gelegen? Und wie sind sie ausgestattet?
Heldt: Ja, die Räume liegen im Apostolischen Palast. Die Ausstattung ist ganz unterschiedlich.
Die Bibliothek zum Beispiel, in der der Papst Besucher empfängt, ist relativ schlicht. Da sind keine Malereien, aber natürlich hängen dort Gemälde. Andere Räume sind im Barockstil gehalten aus der Zeit, als der Palast entstanden ist.

knigge.de: In welcher Sprache findet die Konversation statt? In der Sprache des Besuchers, in Italienisch, oder gar in Latein?
Heldt: Normalerweise in der Sprache des Besuchers. Wenn der Papst diese nicht beherrscht, ist ein Dolmetscher anwesend. Bei den Diplomaten ist es ja so, dass sie fast alle Französisch beherrschen, dann findet die Unterhaltung auf Französisch statt. Sofern sie beim Vatikan akkreditiert sind, beherrschen die meisten von ihnen auch Italienisch.

knigge.de.: Welche Themen werden berührt? Wie lange dauert eine solche Audienz?
Heldt: Im Falle des Antrittsbesuches eines Botschafters werden die Rede sowohl des Heiligen Vaters, als auch des Botschafters vorher festgelegt. Danach werden im Allgemeinen die konkreten Probleme des betreffenden Landes besprochen, daher von Mal zu Mal verschieden.
Für eine Audienz sind im Normalfall 15 Minuten vorgesehen, sie kann aber auch 30 Minuten und länger dauern. Das kommt darauf an, ob der Heilige Vater außerhalb der vorher schriftlich fixierten Reden bestimmte Fragen hat oder auf bestimmte Themen näher eingehen möchte.

knigge.de: Wie verhält es sich mit Besuchern anderer Religionen - Moslems, Buddhisten, Juden, etc.?
Heldt: Da gibt es überhaupt keine Unterschiede.

knigge.de: Gab es Audienzen, die in besonderer Weise bemerkenswert waren und als solche in die Geschichte eingegangen sind?
Heldt: Ja, es gab unter Johannes Paul II. eine Audienz mit Gorbatschow und auch mit Fidel Castro. Das waren sicherlich außergewöhnliche Audienzen. Bei Gorbatschow hat es auch erheblich länger gedauert, als ursprünglich vorgesehen war.

knigge.de: Können Sie vielleicht aus eigener Kenntnis noch etwas hinzufügen, was erwähnenswert ist?
Heldt: Ja, es gibt immer wieder Leute, die meinen, eine Audienz könne man kaufen. Wir bekommen immer wieder Anfragen, wie viel das kostet. Grundsätzlich ist es aber so, dass die Audienzen kostenlos sind und nicht mit merkantilen Überlegungen verknüpft werden können.

knigge.de: Monsignore Heldt, vielen Dank für das Gespräch.


Monsignore Heldt
Deutscher Ansprechpartner im Vatikan
 
 
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