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Adolph Freiherr Knigge

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Knigge im Gespräch - Liebe und Eifersucht

Knigge im Gespräch - Liebe und Eifersucht
 
 
  Knigge im Gespräch - Liebe und Eifersucht  
  „Über den Umgang mit Menschen“ von 1788 ist Adolph Freiherr Knigges bekanntestes Werk. Darin hat er wenig über den Umgang mit Messer und Gabel und über Kleiderordnung geschrieben.

 
 
 
eifersucht
Knigges Augenmerk lag in dem achtsamen Umgang miteinander und mit sich selbst. Mit Verliebten und mit Eifersüchtigen.

knigge.de: Letzte Woche waren wir bei der Liebe und heute landen wir bei der Eifersucht. Ist das unweigerlich so?

Baron Knigge: Zittre vor der Eifersucht und der Rache einer Frau, deren Liebe du verschmäht hast, oder für welches Dein Herz nicht mehr spricht, wenn sie Deiner – sei es nun aus Lust oder Eitelkeit, aus Vorwitz oder Eigensinn – noch begehrt!

kd: Was hat man sonst noch über Frauen in Ihrer Zeit gesagt?

BK: Das schöne Geschlecht liebe nie mit so gänzlich treuer Ergebung als wir Männer; Eitelkeit, Vorwitz, Lust an Abenteuern oder körperliche Bedürfnis sei es nur, was sie hinreiße zu uns, und man dürfe nicht lange auf Treue rechnen.

kd: Machten alle Männer diese Erfahrung?

BK: Nein. Andere Männer beschreiben mit den reizendsten Farben die Beständigkeit, die Innigkeit und das Feuer eines weiblichen, von Liebe erfüllten Herzens.

kd: Die Meinungen gehen da ganz schön auseinander.

BK: Ja, Erstere schreiben Frauen eher Sinnlichkeit und Reizbarkeit als edlere Gefühle zu und sagen, es sei nur Grimasse, wenn Frauen ihre Männer glauben machten, sie hätten ein sehr kaltes Temperament.

kd: Und was sagen die wohlwollenden Männer?

 
 
schöne farben
BK: Diese behaupten: Die reinste, heiligste Liebe, ohne Begehren, ja! Auf gewisse Art ohne Leidenschaft, diese göttliche Flamme, könne nur in weiblichen Seelen in ihrer ganzen Fülle wohnen.

Kd: Wer hat Ihrer Meinung nach recht?

BK: Das mögen diejenigen entscheiden, denen eine größere Kenntnis des weiblichen Herzen zu eigen ist.

kd: Nun, Sie waren im Umgang mit Frauen viele Jahre ein aufmerksamer Beobachter, wagen Sie kein Urteil?

BK: Die Erfahrenen können über den Charakter der Frauen kühler, unparteiischer, mit mehr Scharfsinn und mit gründlicherer Vernunft als ich urteilen.

kd: Was macht es so schwierig?

BK: Zu entscheiden, aus welcher Quelle Liebe zu entspringen pflegt und welche Eigenschaften diese Liebe hat, wenn einmal die Seele davon ergriffen ist.

kd: Finden Sie sich in der Liebe zurecht?

BK: Ohne einem von beiden Geschlechtern zu nahe zu treten, getraue ich mir zu behaupten, dass wir Männer an Treue und gänzlicher Hingabe in der Liebe wohl schwerlich die Frauen übertreffen können.

kd: Das klingt versöhnlicher.

BK: Leichtsinnige Gemüter findet man unter Männern wie unter Frauen. Hang zur Abwechslung ist dem ganzen Menschengeschlechte eigen.

kd: Und wie ist es mit den Glücksmomenten in der Liebe?

BK: Die glücklichsten Augenblicke in der Liebe sind da, wo man sich noch nicht gegeneinander mit Worten entdeckt hat, und doch jede Miene, jeden Blick versteht.

kd: Schweigt der Verstand für einen Moment?

BK: Die wonnevollsten Freuden sind die, welche man mitteilt und empfängt, ohne dem Verstand davon Rechenschaft zu geben.

kd: Ist es angebracht, gleich Hochzeitspläne zu schmieden?

BK: In den Jahren, in welchen so gern das Herz mit dem Kopfe davonläuft, baut so mancher das Unglück seines Lebens durch übereilte Eheversprechen.

kd: Vergisst man im Taumel der Liebe, wie wichtig ein solcher Schritt ist?

BK: Man verbindet sich auf immer und ewig mit einem Geschöpf, das sich den von Leidenschaft geblendeten Augen ganz anders darstellt, als es nachher die nüchterne Vernunft kennen lehrt, und dann hat man sich eine Hölle auf Erden bereitet.

kd: Können wir nächste Woche darüber weiter sprechen? Meine Kutsche ins Jahr 2007 fährt nämlich gleich ab.

Zur Diskussion im knigge.de Forum

 
 
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