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Dorothees Glosse - Zeitgenössische Kunst

Dorothees Glosse - Zeitgenössische Kunst
 
 
  Zeitgenössische Kunst  
  Zur zeitgenössischen Kunst habe ich den Zugang verloren, besser gesagt, ich hatte nie einen. Berlin steht für fünf Tage wieder im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Kunstszene. Im Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit stehen eher Fragen, Irritation und Unverständnis.

 
 
Dorothee
Geht es bei zeitgenössischer Kunst um Ästhetik? Was ästhetisch umsetzbar ist; um Dekoration also? Geht es um einen Dialog? Auffällig waren die Abbildungen von Waffen und allerlei Kriegsszenerien. Entblößte Hinterteile und Frauenbrüste weisen auf den Zustand in den Köpfen der Künstler.

Geht es darum, als Künstler, als Galerist und als Käufer anders zu sein als die Masse? Aufzufallen, herauszufallen aus welcher Ordnung auch immer? Wie auf einem Markt der Eitelkeiten, schrill, auffallend, bunt: „Schaut mich an!“, schreit die Kunst. Geht es um Erkenntnis und deren Vermittlung? Ausgeschlossen.

Eine Kunst, die sich dekorativ mit dem Designer-Sessel paart in Loften und Sommerhäusern. Wozu würde ich ein Kunstwerk an meine weißen Wände hängen? Primär um Lücken zu füllen, die mich anschweigen. Aus diesem Schweigen allerdings entspringen Selbstgespräche. Wenn ich Glück habe, geht mit dem Gespräch eine hauchzarte Prise Erkenntnis einher. Mit der zeitgenössischen Kunst verbindet mich vor allem Irritation.

Entblößte Hinterteile, von Frauen in Netzstrumpfhosen, von israelischen Soldaten. Das Hinterteil eines Soldaten, der seine Notdurft verrichtet, war auf einer großformatigen Photographie zu sehen. Ob als Schnappschuss oder inszeniert, wagte ich den Galeristen aus Tel Aviv nicht zu fragen. Sind wir alle am Ar...? Geht uns alles am Ar... vorbei? Oder ist es der Hinweis auf die nackte Existenz, geschüttelt und zerrüttet, wenn Krise und Konflikt uns überrollen? Vielleicht nehme ich Kunst zu bildlich. Ein junger Mann, der sich an die entblößte Brust einer Frau heranmacht, wie an eine Kugel Eis, sah ich auf einer großen Zeichnung.

Wahrheiten? Etwas Universelles? Auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Eher etwas Globales: große Formate, Neon, Acryl, schrille Formen, Zelte in denen etwas passierte, als würde jemand darin boxen, Zelte, in denen nichts passierte.

Immer wieder ist es die Photographie, die mich in ihren Bann zieht. Die Schönheit von Gesichtern, Landschaften und Architektur offenbarend. Verlogen wirkt hingegen die Collage. Nicht das Motiv ist irritierend, lediglich das Herumgeschnipsel an ihm.

Wie eh und je in der modernen Kunst, sind in ihrer Funktion entfremdete Objekte zu sehen: Nylonstrumpfhosen über ein Wägelchen gespannt; ach nein, wie originell.
Nun kann es sein, dass ich die wahren Talente verkenne, von der Szene weiß Gott keine Ahnung habe. Zu Herzen ist mir die Kunst in diesem Forum nicht gegangen. Meinen Intellekt hat es ebenso wenig angeregt, wie meine Kauflust.

Zum Schluss fand ich eine Ausnahme: Ein zarter Scherenschnitt von Philip Loersch. Fein, schwebend, gekonnt.

Ob es sich lohnt, die zeitgenössische Kunst zu betrachten? Allemal. Wer will schon den letzten Trend verpassen? Die gesammelten Broschüren, scheinbar achtlos auf den Rücksitz meines Kleinwagens geworfen, sind sehr dekorativ: Ich war dabei.

Ihre Dorothee

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