| | | Zum Einkaufen brauchen Sie in Berlin gute Laune
Sind Sie Anhänger einer dieser modischen Bewegungen wie Yoga, Pilates oder Thai Chi haben Sie gute Karten: In Stresssituationen kommen Ihnen die Beherrschung von Atem- und Meditationstechnik – sprich Selbstbeherrschung – zu Gute.
Betreten Sie ein Geschäft und werden Sie nicht gleich bedient, unterbrechen Sie ja nicht das Gespräch zwischen zwei Verkäuferinnen. Selbst dann nicht, wenn Sie selbständig Ihr Objekt der Begierde gefunden haben und bezahlen möchten. Stehen Sie sich geduldig die Beine in den Bauch, bis Sie bedient werden oder bezahlen können. Haben Sie auch keine allzu klaren Vorstellungen von dem, was Sie wünschen und ertragen Sie geduldig sämtliche Bedenken der knapp angebundenen Verkäufer: „Das kostet aba 100 Euro, junge Frau.“ „Nee, in schwarz hamwa das nich.“ „Wennse mir nich jenau die Marke sajen können, kann ich Ihnen och nich helfen.“
Die Aufgabe der Verkäufer ist es nicht, Sie zu bedienen, sondern Sie zu prüfen. In allerlei Hinsicht: Ob Sie denn wirklich unerschütterlich wissen, was Sie wollen. Ob Sie wahrhaftig das geduldige, formvollendete und menschenfreundliche Wesen sind, das Sie jeden Morgen im Spiegel zu erkennen glauben, oder ob in Ihnen nicht doch ein ungeduldiges, ungeschliffenes und intolerantes Ungeheuer kauert?
Die Bandbreite und Vielfalt, die Verkäufer auf Lager haben, um Sie zu prüfen, ist schier unerschöpflich. Betrachten Sie es mal auf diese Art und Weise: Wenn Sie Gott anflehen „Bitte lass Manieren und Geduld regnen, sofort!“, meinen Sie, das Universum sendet Ihnen Manieren und Geduld? Nein! Das Universum wird Ihnen eine abwechslungsreiche Spielwiese zur Verfügung stellen, um Ihre Geduld und Manieren auf die Probe zu stellen und zu verfeinern. Genau dafür stehen Berliner Verkäufer großzügig bereit. Gehen Sie entspannt einkaufen und genießen Sie die tiefe Verwandlung, die damit einhergeht.
Ihre Dorothee
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