knigge.de
knigge.de
knigge.de

Adolph Freiherr Knigge

knigge.de - Manieren per Mausklick. Das Portal für Stil- und Etikettefragen mit einer umfangreichen Biographie von Adolph Freiherr Knigge.

Home

Home

Themen

Themen

Service

Service

Autoren-Team

Autoren-Team

Forum

Forum

Adolph Freiherr Knigge

Adolph Freiherr Knigge

Seminare

Seminare
 
Stichwortsuche
Hand Finden
  * Index
  * Ihre Fragen
  * Seminar
  * Literatur
  * Interaktive Medien
  * Events
  * Links
  * Newsletter
  * Archiv
Benutzername
Passwort
Hand Login bei knigge.de
Hand Anmeldung bei knigge.de
> Passwort vergessen?
 
Hand zurück

Donnerstags bei Knigge - Ein Interview 26.7.07

Donnerstags bei Knigge - Ein Interview 26.7.07
 
 
  Über den Umgang mit Menschen  
  Adolph Freiherr von Knigge hat zahlreiche Texte veröffentlicht; darunter Theaterstücke und er hat komponiert. „Über den Umgang mit Menschen“ von 1788 ist sein bekanntestes Werk.

 
 
 
Im Gespräch
Sind Manieren oberflächliche Form oder steckt mehr dahinter?

knigge.de: Zunächst darf ich fragen: Wie rede ich Sie richtig an?

Adolph Freiherr von Knigge: Sie können mich Baron Knigge nennen.

knigge.de: Vielen Dank für diesen Hinweis. „Über den Umgang mit Menschen“ ist Ihr bekanntestes Buch, worum geht es darin genau?

Baron Knigge: Es geht vor allem um die Kunst, sich bemerkbar, geltend, geachtet zu machen, ohne beneidet zu werden; sich nach den Menschen zu richten, ohne falsch zu sein; sich ungezwungen in den Ton jeder Gesellschaft stimmen zu können, ohne weder Eigentümlichkeit des Charakters zu verlieren, noch sich zu niedriger Schmeichelei herabzulassen.

k: Es geht also darum, sich treu zu bleiben und authentisch zu sein. Ist es einfach, in Deutschland immer den richtigen Ton zu finden?

BK: In keinem Lande in Europa ist es so schwer, im Umgang mit Menschen aus allen Klassen, Gegenden und Ständen allgemeinen Beifall einzuernten, in jedem dieser Zirkel wie zu Hause zu sein, ohne Zwang, ohne Falschheit, ohne sich verdächtig zu machen und ohne selbst dabei zu leiden.

k: Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

BK: Nirgends herrscht eine so große Vielfalt des Konversationstons, der Erziehungsart, der Religions- und andrer Meinungen, eine so große Verschiedenheit der Gegenstände, welche die Aufmerksamkeit der einzelnen Menschen beschäftigt.

k: Ist es immer einfach, sich zurecht zu finden in einer fremden Gesellschaft?

BK: Keineswegs. Wenn ein Fremder sich einem Kreis von Leuten nähert, die lebhaftig reden und er wünscht an diesem Gespräch teilzunehmen; aber alles, was er hört, Gegenstand, Sprache, Ausdruck, Wendung, alles ist ihm fremd. In halb deutschen, halb französischen Worten wird hier eine Sache abgehandelt, auf welcher er nie seine Aufmerksamkeit geschärft, von welcher er nie geglaubt hat, dass Menschen sich damit beschäftigen könnten. Seinen Verlegenheit, seine Ungeduld steigt mit jedem Augenblicke, bis er endlich die verwünschte Gesellschaft weit hinter sich weiß.

Jeden Donnerstag neu
Amüsantes und Nützliches über den alltäglichen und den feierlichen Umgang miteinander
 
 
Prälat
k: Erinnern Sie sich an ein besonders amüsantes Erlebnis bei Hofe?

BK: Einst speiste ich mit einem Prälaten bei Hofe. Man hatte dem dicken hochwürdigen Herrn den Ehrenplatz neben der Fürstin gegeben. Vor ihm lag ein großer Ragoutlöffel zum Vorlegen. Er glaubte aber, dieser größere Löffel sei - ihm zur besonderen Ehre - zu seinem Gebrauch dahingelegt. Und um zu zeigen, dass er wohl wisse, was die Höflichkeit erfordert, bat er die Prinzessin ehrerbietig, sie möchte doch statt seiner sich des Löffels bedienen, der freilich viel zu groß war, um in ihr kleines Mäulchen zu passen.

k: Gelingt es einfach so, solche Pannen zu umgehen?

BK: Es ist wichtig für jeden, der in der Welt mit Menschen leben will, die Kunst zu studieren, sich nach Sitten, Ton und Stimmung andrer zu fügen.

k: Sie gelten bis ins XXI. Jahrhundert als die Formvollendung in Person. Wenig wissen wir darüber, dass Sie sich durch amtliche und gesellige Misshelligkeiten – so ein Zeitgenosse - unmöglich machten. Wie sind Sie darauf gekommen, „Über den Umgang mit Menschen“ zu schreiben?

BK: Wer kann so gut vor der Gefahr warnen, als der, welcher darin gesteckt hat? Wenige Menschen werden in einem so kurzen Zeitraum in so manche sonderbare Verhältnisse mit anderen Menschen aller Art geraten, als ich in zwanzig Jahren. Da hat man schon Gelegenheit, Bemerkungen zu machen, und vor Gefahren zu warnen, die man selbst nicht hat vermeiden können.

k: knigge.de bedankt sich für dieses Gespräch und freut sich, Sie am nächsten Donnerstag wieder zu sehen. Wir werden von Ihnen noch viel über innere Würde, Selbständigkeit, Humor und Witz erfahren.
 
 
< 24. Februar- Nationalfeiertag Estland Donnerstags bei Knigge - 2.8.07 >
 
   
   
Rahmen
NUTZUNGSBEDINGUNGEN | WEBTREKK | MEINE GEBURTSTAGE | IMPRESSUM | IHRE ANZEIGE | KONTAKT | SITEMAP | DATENSCHUTZ
© 2006-2017 knigge.de