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Adolph Freiherr Knigge

knigge.de - Manieren per Mausklick. Das Portal für Stil- und Etikettefragen mit einer umfangreichen Biographie von Adolph Freiherr Knigge.

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Donnerstags bei Knigge - 9.8.07

Donnerstags bei Knigge - 9.8.07
 
 
  Donnerstags bei Knigge  
  Adolph Freiherr Knigge hat zahlreiche Texte veröffentlicht; darunter Theaterstücke und er hat komponiert. „Über den Umgang mit Menschen“ von 1788 ist sein bekanntestes Werk.

 
 
Still schweigen
Sind Manieren oberflächliche Formsache oder steckt mehr dahinter?

knigge.de: Letzte Woche endeten wir das Gespräch mit einem leuchtenden Beispiel von Eigenverantwortung. Gibt es für Sie so etwas wie eine goldene Regel im Umgang mit Menschen?

Baron Knigge: Keine Regel ist so allgemein, keine so heilig zu halten, keine führt so sicher dahin, uns dauerhafte Achtung und Freundschaft zu erwerben, als die: unverbrüchlich, auch in den geringsten Kleinigkeiten, Wort zu halten, seiner Zusage treu, und stets wahrhaftig zu sein in seinen Reden.

kd: Und wie hielten Sie es mit der Wahrheit?

BK: Es gibt keine Notlügen. Noch nie ist eine Unwahrheit gesprochen worden, die nicht früh oder später nachteilige Folgen für jedermann gehabt hätte.

kd: Sie haben sich in Ihrem Leben häufig öffentlich äußern müssen. Wie sind Sie mit überraschenden Fragen umgegangen?

BK: Ich rate, wenn eine unerwartete Frage, ein ungewöhnliches Thema oder irgendetwas anderes uns überrascht, nur eine Minute still zu schweigen und der Überlegung Zeit zu lassen, uns auf die Meinung vorzubereiten, die wir vertreten wollen.

kd: Dabei waren Sie stets ein unterhaltsamer Gesprächspartner.

BK: Die Leute wollten unterhalten, amüsiert werden. Selbst das lehrreichste Thema habe ich durch Witz und gute Laune gewürzt.

kd: Spaßmacher können allerdings ermüdend sein.

BK: Wer immer nach Witz hascht, wem man es ansieht, dass er darauf studiert hat, die Gesellschaft zu unterhalten, der gefällt nur auf kurze Zeit.

kd: Witz und Humor sind dennoch unverzichtbar, was meinen Sie?

BK: Wahrer Humor und echter Witz wirken, wie das Umschweben eines höheren Genius, wonnevoll, erwärmend und Ehrfurcht erregend. Sie lassen sich aber nicht erzwingen, nicht erkünsteln.

kd: Wir kommen immer wieder darauf, dass Authentizität unverzichtbar ist.

BK: Es ist wichtig, dass Dein Gesprächspartner fühlt, Du nehmest Interesse an seiner Person, es gehe Dir von Herzen, Du verkaufst nicht bloß Deine Höflichkeitsware.
Donnerstags
ist knigge.de-Tag
 
 
 
Zwei Frauen

kd: Gut gemeinte Höflichkeit ist dennoch angebracht?

BK: Ich saß einst an einer Tafel zwischen einer hübschen, verständigen jungen Dame und einem kleinen, buckligen, garstigen Fräulein von etwa vierzig Jahren. Ich beging die Unhöflichkeit, die ganze Mahlzeit hindurch, mich nur mit der jungen Dame zu unterhalten, zu dem garstigen Fräulein hingegen kein Wort zu reden. Beim Nachtisch erst erinnerte ich mich meiner Unart. Ich machte den Fehler gegen die Höflichkeit durch einen anderen gegen die Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit gut.

kd: Was haben Sie zu ihr gesagt?

BK: Ich wendete mich dem garstigen Fräulein zu und redete von einem Ereignis, das vor zwanzig Jahren vorgegangen war. Davon wusste sie nichts. „Es ist kein Wunder“, sagte ich, „Sie waren damals noch ein Kind“.

kd: Sie hat sich sicherlich gefreut, dass Sie sie für so jung hielten?

BK: Mit diesem einzigen Wort erwarb ich ihre Gunst – sie hätte mich dieser niedrigen Schmeichelei wegen verachten sollen!

kd: Ihr Vorurteil gegenüber dem alternden Fräulein hat sie daran gehindert, sich ebenso lebhaft, wie mit der jüngeren zu unerhalten?

BK: Vorurteile verdunkeln oft die Augen selbst des klügsten Menschen. Es ist schwer, sich gänzlich an eines anderen Stelle zu denken.

kd: Auch vor Allgemeinplätzen haben Sie sich gehütet?
 
 
 
Zeit

BK: Sprichwörter sind langweilig und nicht selten sinnlos und unwahr.

kd: Wir sind es gewohnt, Gemeinsprüche in unsere Reden einzuflicken.

BK: Sage nicht, dass, was lange dauert, gut werde, wovon ich das Gegenteil zu beweisen übernehme; dass man durch Schaden klug werde, welches leider selten eintrifft. Oder dass die Zeit schnell hingehe – welches im Vorbeigehen zu sagen, gar nicht wahr ist; denn da die Zeit nach einem bestimmten Maßstab berechnet wird, so geht sie nicht schneller vorbei, als sie gerade muss.
 
 
< Donnerstags bei Knigge - 2.8.07 Knigge im Gespräch – Verschwiegenheit und Diskretion >
 
   
   
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