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Adolph Freiherr Knigge

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Allerlei zum Ei

Allerlei zum Ei
 
 
  Allerlei zum Ei  
  Kaum ist Aschermittwoch vorbei, bemühen sich Werbung und Handel die Verbraucher auf Ostern einzustimmen. An erster Stelle steht dabei das Ei in mannigfaltiger Gestalt: Vom simplen Schokoladenei bis zu Fabergé-Imitaten ist hier alles möglich.

 
 
Doch woher kommt das Ei ?
Eduard Mörike (1804-1875) hat das Rätsel trefflich gelöst; er reimte: „Die Sophisten und die Pfaffen / Stritten sich mit viel Geschrei: / Was hat Gott zuerst erschaffen ? / Wohl die Henne? Wohl das Ei ? / Wäre das so schwer zu lösen?: Erstlich ward das Ei erdacht / Doch, weil noch kein Huhn gewesen / Schatz, so hat der Hase es gebracht.

 
 
Die bewegte Geschichte des Eies

Das Ei hat allerdings eine entschieden bedeutungsvollere Vergangenheit als die Abstammung von einem notorisch fruchtbaren Hasen. Beginnen wir nach dem geflügelten Wort von Horaz (65 v. Chr.-8 v. Chr.), „ab ovo“, d.h. vom Ei, also vom Ursprung, an. In den meisten Kulturen spielte das Ei eine maßgebliche Rolle in Schöpfungsgeschichten und Heldenmythen. Um nur einiges zu nennen: In der alt-ägyptischen Schöpfungsvorstellung entstand nach einer Version Re, der Sonnen- (Schöpfer) Gott, aus einem Ei, welches auf der Oberfläche des Ur-Ozeans schwamm. In der Schöpfungsgeschichte der Hindu spielt ein goldenes Ei eine wichtige Rolle. Auf diesem soll Brahma 1000 Jahre gesessen, es schließlich allein durch seinen Wille gespalten und aus den Hälften Himmel und Erde geformt haben.
Helena, deren Schönheit den Krieg um Troja auslöste, wurde der Sage nach aus einem Ei geboren, nachdem der Göttervater Zeus sich ihrer Mutter Leda in Gestalt eines Schwans genähert und sie geschwängert hatte.
Eine syrische Göttin soll aus einem Ei entstanden sein, welches aus dem Himmel in den Euphrat fiel und von Tauben ausgebrütet wurde.

 
 
Das Ei im Totenkult

Zugleich spielt das Ei aber auch in vielen Totenkulten eine bedeutsame Rolle. So wurde der innerste Sarg, der den Leichnam umschloss, im alten Ägypten „Ei“ genannt; Eierschalen wurden mit ins Grab gegeben.
Römische Sarkophage waren oftmals eiförmig. In der Tomba delle leonesse, einem etruskischen Grabmal aus dem 6. Jh. v. Chr. ist ein Bankett dargestellt. Einer der Teilnehmer hält sehr betont ein großes Ei zwischen Daumen und Zeigefinger, was das Gastmahl als Totenmahl ausweist, denn das Ei galt nicht nur als der Ursprung des Lebens sondern auch als Symbol des Fortbestehens und der Wiedergeburt.
In Osteuropa konnten gefärbte Eier als Grabbeigaben, vor allem in Kindergräbern, schon im 10./11. Jahrhundert nachgewiesen werden.

 
 
Eier-Symbolik

Bei solcher Bedeutungsschwere ist es nicht verwunderlich, dass das Ei auch in das Brauchtum zahlloser Völker einging als Symbol für Fruchtbarkeit, Leben, Gesundheit, Harmonie, Liebe, gute Ernten und gesunde Tiere. Als Schutz vor Naturgewalten, Geistern, Krankheit und für die Hoffnung auf ein Weiterleben im Jenseits oder auf Wiedergeburt.
Im Islamischen Kulturbereich und von den alten Römern wurden aus Eierschalen Liebestränke gebraut, in Mittel- und Osteuropa wurde ein Ei als Liebesgabe überreicht und in Korea gibt es „Harmonie-Eier“: Dies sind ein größeres Ei für den Ehemann und ein kleineres (!) für die Ehefrau, die gemeinsam auf einer Unterlage stehen. Legt einer der Ehepartner sein Ei in der Mulde um, ist die Harmonie gefährdet und eine Aussprache unumgänglich.

Eier wurden im Acker vergraben, mit dem Saatgut ausgeworfen, unter Türschwellen und in Dachstühlen versteckt, über den Stall geworfen. Auch in der Volksmedizin waren sie unverzichtbar. Das Christentum hatte es nicht leicht mit solch heidnischem Brauchtum, auch wenn schon Ephräm der Syrer, ein Kirchenlehrer des 4. Jh., schrieb: „Gleich einem Ei springt das Grab auf“ - und damit die Symbolkraft des heidnischen Eies mit der Auferstehung Jesu in Verbindung brachte.

 
 
Die Vorläufer der Oster-Eier

Wie so oft gingen Christentum und vorchristliche Überlieferung schließlich eine kulturelle Symbiose ein.
Das christliche Osterfest (Berechnung grob: Sonntag nach dem 1. Vollmond nach Frühlingsanfang) wurde in die Zeit der heidnischen Frühjahrsfeiern, den Beginn einer neuen Wachstumsperiode, gelegt, und aus Ei-Opfern für die Götter wurden Gottesgaben.
Fortan schenkte man sich Eier zur Feier der Auferstehung. Zunächst nur in den Farben Rot (als Symbol des vergossenen Blutes) und Gold (als Symbol der Himmelsherrschaft), wobei sich die weltlichen Herrscher der Farbe Rot, die Kirchenfürsten der Farbe Gold bedienten.
Nach der Reformation wurden die Eier bunter und ab dem 17. Jh. taucht dann der Begriff „Ostereier“ auf.
 
 
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