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14. Juli - Nationalfeiertag Frankreich

14. Juli - Nationalfeiertag Frankreich
 
 
  Serie: Nationalfeiertage in der EU – 14. Juli Frankreich  
  Wie beginnen hier mit einer Serie über die Nationalfeiertage in der Europäischen Union. Auch wenn die Union im praktischen Alltag stetig mehr Einfluss auf die Mitgliedsstaaten und deren Bürger ausübt, haben die nationalen Feiertage im Selbstverständnis der jeweiligen Staaten eine wesentliche Bedeutung, weil sie an Ereignisse erinnern, die für ihre Bürger Teil ihrer nationalen und oft auch persönlichen Identität sind.

 
 
Frankreich 14. Juli 1789, Sturm auf die Bastille

Im unmittelbaren Vorfeld dieses Ereignisses hatte sich König Ludwig XVI. im Mai 1789 gezwungen gesehen, wegen des drohenden Staatsbankrotts, u. a. infolge überbordender Ausgaben für den königlichen Haushalt, erstmals seit 1614 die Generalstände, nämlich Klerus, Adel und den Dritten Stand, in dem ebenso besitzlose Tagelöhner wie wohlhabendes Großbürgertum vertreten waren, einzuberufen. Da Adel und Klerus weiterhin auf der Abstimmung nach Ständen bestanden, erklärte sich der Dritte Stand, der ca. 98 % der Bevölkerung vertrat, im Juni 1798 zur Nationalversammlung mit dem Ziel, eine neue Verfassung sowie das Steuerbewilligungsrecht zu beraten. Gerüchte von einer beabsichtigten Auflösung der Nationalversammlung durch schweizerische und deutsche Regimenter des Königs, die Entlassung des Finanzministers Necker sowie eine drastische Verschlechterung der Versorgungslage für die Bevölkerung in Paris führten dazu, dass am 14. Juli die inzwischen gegen die Soldaten des Königs gebildeten Milizen der Pariser Bezirke unter dem Oberbefehl des aus dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg ruhmreich hervorgegangenen Generals Lafayette die Bastille stürmten, um sich mit Waffen und Munition zu versorgen.
Natürlich dachte man an einem solch stürmischen Tag noch nicht an einen Nationalfeiertag, aber ein Jahr später, im Juni 1780 stimmte die Nationalversammlung dem Vorschlag der Pariser Kommune zu, am 14. Juli großes Fest zu veranstalten.

 
 
Die Bastille

war ursprünglich eine Befestigungsanlage aus dem 14. Jahrhundert gegen die englischen Truppen während des 100jährigen Krieges. In späteren Jahrhunderten mutierte sie zur einem staatlich verpachteten Gefängnis, vornehmlich für besser situierte Personen, so dass die Finanzkraft der Inhaftierten die Qualität der Haftbedingungen bestimmte. Am 14.Juli 1789 war es darum schlecht bestellt, denn es waren nur 7 Häftlinge zu verzeichnen, 4 Kleinstkriminelle, die aus anderen Gefängnissen verlegt worden waren, 1 Mörder, 1 Geisteskranker, der sich, so wird berichtet, für Cäsar hielt, sowie der Marquis de Sade, Namensgeber des Begriffs „Sadismus“, der von seiner entsetzten Familie wegen seines anstößigen Lebenswandels in der Bastille untergebracht worden war, aber möglicherweise kurz vor dem Sturm in eine auswärtig gelegene Irrenanstalt verbracht wurde. Auch Voltaire, Aufklärer par exellence, saß in der Bastille schon in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts mehrfach ein.
Der Sturm kostete ca. 80 Personen das Leben, unter anderem auch den Kommandanten der Festung, dessen Kopf auf einer Pike durch die Stadt getragen wurde – eher aber das Ergebnis mangelnder Koordination auf beiden Seiten denn als Ausgeburt neurotischer Mordlust, die kam dann später.
Überreste der Bastille gibt es nicht mehr, bis auf den nach ihr benannten Platz, auf dem der Grundriss der ehemaligen Festung markiert ist.

 
 
Gesetzlicher Feiertag

wurde der 14. Juli erst 100 Jahre später durch Gesetz vom 6. Juli 1880 mit der Maßgabe, dass dieser Tag „mit so viel Ausstrahlung gefeiert wird, wie es die örtlichen Gegebenheiten zulassen“.

 
 
Traditionsgemäß

wird der 14.Juli mit einer großen Militärparade auf den Champs-Elyseés begangen, an der in diesem Jahr erstmals Abordnungen aus sämtlichen 27 EU-Staaten teilnehmen. Im ganzen Land finden am Abend Feuerwerke statt, die Nation begeht den Tag mit Musik und Tanz, dem so genannten „bal populaire“ , was dem Ereignis durchaus volksfesthafte Züge verleiht.
Eine unter seinen Vorgängern übliche Generalamnestie zur Entlastung der notorisch überfüllten Gefängnisse hat Präsident Sarkozy abgelehnt, dafür aber die Magdeburger Band Tokio Hotel verpflichtet.

 
 
Die Französische Nationalhymne, die „Marseillaise“

wurde im April 1792 von dem Offizier, Dichter und Musiker Claude Joseph Rouget de Lisle in Straßburg komponiert, zunächst unter dem Namen „Chant de guerre pour l’armeé du Rhin“ (Kriegslied für die Rheinarmee). Da es sich zu der Melodie trefflich marschieren lässt, wurde sie von republikanischen Soldaten aus Marseille beim Einzug in Paris im Juli 1792 gesungen, was ihr den Namen verschaffte. Der Text stand allerdings wegen seiner drastischen Worte und einer unüberhörbaren Kriegsbereitschaft immer einmal wieder in der Kritik. Im 19. Jahrhundert war die Marseillaise mit abgewandelten Texten auch in anderen europäischen Ländern ein Kampflied sozialer und demokratisch-republikanischer Bewegungen.
 
 
< Die Höflichkeit der Könige 21. Juli - Nationalfeiertag Belgien >
 
   
   
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