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24. Februar- Nationalfeiertag Estland

24. Februar- Nationalfeiertag Estland
 
 
  24. Februar - Nationalfeiertag Estland  
  Estland trat zusammen mit Lettland und Litauen der EU am 1. Mai 2004 bei. Es ist der nördlichste und kleinste der drei baltischen Staaten.

 
 
 
Tallin
Altstadt Tallin
Estland unterscheidet sich von den anderen baltischen Staaten vor allem dadurch, dass Lettisch und Litauisch zur indo-europäischen, Estnisch hingegen zur finno-ugrischen Sprachfamilie gehört.

Das nimmt nicht Wunder, da Tallin, die Hauptstadt Estlands, über den Finnischen Meerbusen hinweg kaum mehr als 80 km von Helsinki, der finnischen Hauptstadt entfernt liegt. Gleichwohl ist die historische Vergangenheit Estlands eng mit der Lettlands und Litauens verbunden.

Seit dem frühen 13. Jahrhundert begann der Deutsche Orden mit der Christianisierung des Ostseeraumes, an der sich im Falle Estlands auch Dänemark beteiligte, das den von ihm besetzten Teil Estlands 1346 an den Deutschen Orden verkaufte. Im Gefolge der Ordensritter kamen schließlich auch auswärtige Siedler aus Westeuropa, vornehmlich aus Deutschland, in das Gebiet des Ordensstaates, die sich im Laufe der Zeit zu einer maßgeblichen Bevölkerungsgruppe in Estland entwickelten und für enge Beziehungen zu Deutschland sorgten. So erhielt Reval (heute Tallin) schon im 13. Jahrhundert lübisches Stadtrecht und wurde Mitglied der Hanse.

Nach dem Ende der Ordensherrschaft im 16. Jahrhundert wurde Estland unter den Angriffen Iwans des Schrecklichen zum Kriegsschauplatz, auf dem neben Russland Schweden, Dänemark und Polen um die Herrschaft im Baltikum rangen. Estland unterstellte sich dem damals mächtigen Schweden, das sich gegen Russland durchsetzen konnte und Estland zu einer Blütezeit verhalf, z. B. Gründung der Universität Dorpat (heute Tartu) 1632 durch König Gustav II. Adolf.

Die schwedische Herrschaft endet schließlich, nachdem Zar Peter der Große im Nordischen Krieg (1700-1721) Estland (und Lettland) erobert hatte. Der Friede von Nystadt bestätigte den Ritterschaften jedoch ihre Sonderrechte: Deutsch als Amtssprache, Selbstverwaltung nach deutschem Recht und Anerkennung des schon 1523 eingeführten evangelisch-lutherischen Bekenntnisses. Diese Privilegien wurden erst Ende des 19. Jahrhunderts durch die massive Russifizierungspolitik Zar Alexanders III. beendet: Deutsch wurde durch Russisch als Amts- und Unterrichtssprache abgelöst, die russischer Gerichtsbarkeit eingeführt und die Universität Dorpat, deren Lehrkörper bis dahin nahezu vollständig aus Professoren aus Deutschland bzw. Deutsch-Balten bestand, in eine russische Universität umgewandelt

Dem Zeitgeist des 19. Jahrhunderts entsprechend entstand ab ca. 1860 auch in Estland eine zunehmende Besinnung auf eine eigenständige kulturelle und nationale Identität, die insbesondere von den an der Universität Dorpat studierenden Esten ausging. Ein Ausdruck dieser Entwicklung war die Veröffentlichung einer Volksausgabe des estnischen Nationalepos „Das Lied vom Sohn des Kalew“, einer Sammlung von estnischen Sagen und Volksliedern (nebst Zudichtungen), die ab 1839 von der „Gelehrten estnischen Gesellschaft“ betrieben wurde.

 
 
Päts
Konstantin Päts
Die erste russische Revolution von 1905 griff auch auf Estland über, wo sie nicht nur das autokratische Russland sondern zunehmend auch die deutsche Oberschicht zu Ziel hatte. Es dauerte jedoch noch bis 1917, bis Estland die Ereignisse der Oktober-Revolution und den Zerfall des zaristischen Russland nutzen und sich Ende 1917 der estnischen Landtag zur höchsten Instanz im Lande erklären konnte. Zwar lösten die Bolschewiki diesen sogleich wieder auf, mussten sich jedoch im Februar 1918 vor einer deutschen Großoffensive zurückziehen.

Diesen Umstand nutzte das ausschließlich aus Esten bestehende „Rettungskomitee“, das am 19. Februar 1918 gegründet worden war, dazu, am 24. Februar 1918 die Unabhängigkeit Estlands auszurufen und die Provisorische Regierung der Republik Estland mit Konstantin Päts (1874-1956) als Vorsitzendem des Ministerrats zu bilden. Estland feiert diesen Tag als seinen Nationalfeiertag, im Jahre 2008 ebenso wie Lettland und Litauen zum neunzigsten Mal.

 
 
Laidoner
Johan Laidoner
Die so erklärte Unabhängigkeit bestand jedoch zunächst nur in den Köpfen, da bereits am 25. Februar deutsche Truppen in Tallin einmarschierten. Die Provisorische Regierung ging in den Untergrund, Päts wurde interniert. Nach dem Zusammenbruch des Deutschen Reiches konstituierte sich am 12. November 1918 eine zweite provisorischen Regierung mit Päts als Ministerpräsidenten. Bereits am 13. November 1918 begann Russland jedoch mit einer Großoffensiver zur Rückeroberung des Baltikums.

Unterstützt von den Entente-Mächten England und Frankreich sowie zahlreichen Freiwilligen aus Skandinavien gelang es unter General Johan Laidoner schließlich, die erschöpfte Rote Armee dauerhaft aus Estland herauszudrängen. Der „estnische Freiheitskrieg“ endete am 2. Februar 1920 im Frieden von Tartu, in dem die Sowjetunion die estnische Unabhängigkeit „für alle Zeiten“ (faktisch allerdings nur bis 1939) anerkannte und die gemeinsame Staatsgrenze festgelegt wurde.

Estland begeht seinen Nationalfeiertag mit zahlreichen Festakten. In diesem Jahr beginnen die Feierlichkeiten bereits am 23. Februar in Pärnu, einem bevorzugten Seebad, mit einer Militärparade, der auch die ausländischen Militärattachés beiwohnen. Am 24. Februar wird früh morgens die Staatsflagge gehisst, es folgt ein feierlicher Gottesdienst in der Domkirche sowie ein Staatsempfang. Alle Ereignisse werden vom Fernsehen übertragen.

Die estnische Nationalhymne

Mein Heimatland, mein Glück und Freude,
wie schön bist du!
Ich finde nichts
auf dieser großen weiten Welt,
was mir so lieb auch wäre,
wie Du, mein Heimatland!

Du hast mich geboren
und aufgezogen;
Dir danke ich immer
und bleib Dir treu bis zum Tod,
mir bist Du das allerliebste,
mein teueres Heimatland!

Über Dich wache Gott,
mein liebes Heimatland!
Er sei Dein Beschützer
und möge reichlich segnen
was Du auch immer unternimmst,
mein teures Heimatland!

 
 
 
Jannsen
Johann Woldemar Jannsen
verdankt ihre Melodie Frederic Pacius (1809-1891), einem Komponisten aus Hamburg, der 1834 an die Universität Helsinki berufen wurde und das Stück 1848 für die finnische Nationalhymne komponierte. Diese Melodie wurde, nicht ohne unvorhersehbare Folgen, für die estnische Nationalhymne übernommen.

Der Text stammt von Johann Woldemar Jannsen (1816- 1890), einem Sammler und Herausgeber estnischer Volkslieder und bekannten Publizisten, der sich vor allem für die Förderung eines estnischen Nationalbewusstseins engagierte. Das Lied wurde 1869 auf dem ersten estnischen Sängerfest gesungen und begründete damit eine Tradition, die in einer heute alle fünf Jahre stattfindenden monumentalen Veranstaltung weiterlebt (nächster Termin Juni 2009).

Zu Zeiten der Sowjetunion war das Singen der Hymne verboten. Allerdings hatten die Esten das Glück, dass der finnische Rundfunk, der auch in Estland empfangen werden kann, die Melodie allabendlich sendete und so im Bewusstsein der estnischen Bevölkerung wach hielt. In allen baltischen Staaten gewann die „Singende Revolution“ während der Perestroika als Ausdruck des Willens zu staatlicher Unabhängigkeit große symbolische Kraft.
 
 
< 16. Februar - Nationalfeiertag Litauen Donnerstags bei Knigge - Ein Interview 26.7.07 >
 
   
   
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