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Adolph Freiherr Knigge

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Knigge im Gespräch - Von Kranken und Strauchelnden

Knigge im Gespräch - Von Kranken und Strauchelnden
 
 
  Knigge im Gespräch - Von Kranken und Strauchelnden  
  „Über den Umgang mit Menschen“ von 1788 ist Adolph Freiherr Knigges bekanntestes Werk. Darin hat er wenig über den Umgang mit Messer und Gabel und über Kleiderordnung geschrieben. Sein Augenmerk lag in dem achtsamen Umgang miteinander und mit sich selbst.

 
 
 
Knigge im Sessel
Sind Manieren oberflächliche Formsache oder steckt mehr dahinter?

knigge.de: Lieber Baron, Kranke können zuweilen böser Laune und zänkisch sein. In Ihren Betrachtungen über den Umgang mit Menschen haben sie sogar diesem Aspekt des Lebens Aufmerksamkeit geschenkt. Wie kam es dazu?

Baron Knigge: Wir fühlen nicht, wie dem Kranken zu Sinne ist und wie seine zerrüttete Maschine auf seinen Geist wirkt.

kd: Heut zu Tage treibt aus unseren körperlichen Leiden zuweilen eine sonderbare Stilblüte: Der Hypochonder. Gab es diese Spezies zu Ihrer Zeit schon?

BK: Leute, die bloß in der Einbildung krank sind, muss man nicht verspotten, noch zu überzeugen suchen, dass ihnen nichts fehlt. Das macht ganz verkehrte Wirkung auf sie.

kd: Sollten wir den Hypochonder etwa in seiner Torheit bestärken?

BK: Nein, aber wenn vernünftige Vorstellungen nichts helfen, gar keine Teilnahme zeigen und ihre Klagen mit Stillschweigen beantworten.

kd: Es gibt ja auch Leute, die meinen Interesse wecken zu können, in dem sie sich kränklich stellen.

BK: Das ist eine törichte Schwäche. Auf unmännliche, marzipanene Stutzer vielleicht, nicht aber auf verständige Menschen kann geistige und körperliche Gebrechlichkeit besonders vorteilhaft wirken.

 
 
 
Jammerlappen
kd: Da wären wir beim Jammern. Die Deutschen werden in letzter Zeit als besonders jammerfreudiges Volk bezeichnet.

BK: Nur in einem Zeitalter von allgemeiner Entnervung darf man auf den Gedanken geraten, sich durch Klagen über Mangel auszeichnen zu wollen.

kd: Es wäre wunderbar, Sie hätten ein Rezept, um Katzengejammer zum schweigen zu bringen.

BK: Man suche solche Leute von ihrer Albernheit zurückzuführen, sie zu überzeugen, dass es besser sei, Bewunderung als Mitleiden zu erregen, und dass nichts so allgemein vorteilhafte Eindrücke mache, als der Anblick eines Wesens, das an Leib und Seele gesund, in seiner vollen Kraft zu Ehren der Schöpfung dasteht.

kd: Warum scheint das Katzengejammer gleich eine ganze Nation zu befallen?

BK: Unglückliche ketten sich gern aneinander. Statt sich aber gemeinschaftlich zu trösten, winseln sie meistens nur miteinander und versinken immer tiefer in Schwermut und Hoffnungslosigkeit.

kd: Einhergehend damit stellen manch weise und kompetente Zeitgenossen ihr Licht unter den Scheffel.

BK: Man geben einem solchen Menschen nur Gelegenheit, sich von einer vorteilhaften Seite zu zeigen, sich auf anständige Weise in eine Unterhaltung zu mischen und man wird sich wundern, welch ein ganz anderer Mensch aus ihm werden kann.

kd: War es zu Ihrer Zeit immer einfach, in seiner „vollen Kraft zu Ehren der Schöpfung“ dazustehen?

BK: Neid und Missgunst verfolgen den Glücklichen. Bosheit und Kabale ruhen selten eher, als bis sie alles niedergedrückt haben, was über sie emporragt.

kd: Kam es noch schlimmer?

BK: Kaum war ein Mensch ganz zu Boden geschlagen, so suchte jeder – selbst der, der ihn verfolgt hat – seine Partei zu ergreifen. Doch wohl zu merken nur dann, wenn keine Hoffnung mehr da war, dass er dadurch wieder emporkomme.

 
 
 
Fehltritt
kd: Ganz schön vertrackt, solche Intrigen. Einige Menschen verirren sich in ihren Fehltritten. Wie haben Sie diesen Menschen beigestanden?

BK: Wenn wir immer weise genug wären zu überlegen, wie leicht das schwache menschliche Herz irrezuleiten ist und dann demütig auf unsere Brust schlügen und gestünden, dass nichts als das Zusammentreffen derselben inneren und äußeren Umstände, wodurch jene gefallen sind, erforderlich wäre, um aus uns zu machen, was sie sind – o, so würden wir nicht so streng richten, würden wir nicht so zuversichtlich pochen auf unsere Tugenden und würden dem Strauchelnden liebevoll die Hand reichen.

Illustration Christina Pfeiffer
 
 
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