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Adolph Freiherr Knigge

knigge.de - Manieren per Mausklick. Das Portal für Stil- und Etikettefragen mit einer umfangreichen Biographie von Adolph Freiherr Knigge.

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Adolph Freiherr Knigge

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Knigge im Gespräch - Nachbarn

Knigge im Gespräch - Nachbarn
 
 
  Knigge im Gespräch - Nachbarn  
  „Über den Umgang mit Menschen“ von 1788 ist Adolph Freiherr Knigges bekanntestes Werk. Darin hat er wenig über den Umgang mit Messer und Gabel und über Kleiderordnung geschrieben. Sein Augenmerk lag in dem achtsamen Umgang miteinander und mit sich selbst.

 
 
 
knigge im sessel
Sind Manieren oberflächliche Formsache oder steckt mehr dahinter?

knigge.de: Lieber Baron, Ehe, Kinder, Affären und Freundschaften haben uns in den letzten Wochen beschäftigt. Was folgt als nächstes?

Baron Knigge: Nächst den Personen Deiner Familie bist Du am ersten Deinen Nachbarn und Hausgenossen Rat, Tat und Hilfe schuldig.

kd: Gilt das auch für die Stadt?

BK: Es ist sehr süß, sowohl in der Stadt als auf dem Lande, wenn man mit lieben, wackern Nachbarn eines zwanglosen, freundschaftlichen und vertraulichen Umgangs pflegen darf.

kd: Sind Sie in den Genuss geselliger und wohlwollender Nachbarn gekommen?

BK: Ich habe die Wohltat eines solchen Umgangs drei Jahre hindurch in meiner Einsamkeit bei Frankfurt am Main geschmeckt und werde mich lebenslang mit Dankbarkeit und Freude der fröhlichen Stunden erinnern.

kd: Wie haben Sie diese Stunden verbracht?

 
 
Nachbarn
BK: Bei dieser Familie haben mich die verständigen und munteren Gespräche dieser edlen Leute aufgeheitert, mich wieder mit Menschen ausgesöhnt, mich so manches Ungemach vergessen lassen.

kd: In großen Städten glaubt man, es gehöre zum guten Ton, nicht einmal zu wissen, wer mit uns in demselben Haus wohnt...

BK: Das finde ich sehr abgeschmackt. Ich weiß nicht, was mich bewegen sollte, eine halbe Meile weit zu fahren, wenn ich die Unterhaltung oder die Langeweile, der ich nachrenne, ebenso gut zu Hause finden könnte.

kd: Dazu ist es allerdings erforderlich, Freundschaft und Zutrauen der Nachbarn zu erwerben...

BK: Schämen würde ich mich, wenn es der Fall wäre, dass Taxifahrer und Postboten mich besser als meine Nachbarn kennten.

kd: Worauf haben Sie bei nachbarschaftlichen Beziehungen geachtet?

BK: Man soll sich hüten, sich denen aufzudrängen, die, wenn sie mit uns unter einem Dach wohnen, uns nicht ausweichen können.

kd: Was haben Sie noch beachtet?

 
 
spähen
BK: Man sollte sich auch davor hüten, ihre Handlungen auszuspähen, sich in ihre häusliche Angelegenheiten zu mischen, ihren Schritten, die uns nichts angehen, nachzuspüren, und kleine missfällige Dinge, die wir an ihnen bemerken, unter die Leute zu bringen.

kd: Was hilft Ihrer Meinung noch, den Frieden im Haus zu erhalten?

BK: Dass wir Poltern, Lärmen, spätes Türzuschlagen im Haus vermeiden und anderen nicht in die Fenster gaffen. Auch nichts in fremden Höfe oder Gärten schütten und dergleichen mehr.

kd: Und was sagen Sie zum Umgang mit der Immobilie selbst?

BK: Manche Menschen denken so wenig fein, dass sie glauben, gemietete Häuser brauchten gar nicht geschont zu werden, und es seien bei Bestimmung der Mietsumme schon Abnutzung und Verwüstung mitgerechnet worden.

kd: Damit schafft man sich wenig Freunde

BK: Ein Mensch, der Erziehung hat, kann kein Vergnügen daran finden, mutwillig etwas zu verderben, das nicht sein ist, wodurch er jemanden betrübt und sich verhasst macht.

kd: Wie sollte sich ein Vermieter verhalten?

BK: Der Wirt soll gleichfalls seinen Mietern gegenüber gefällig sein und nicht über jede Kleinigkeit zanken, die nicht weniger vorgefallen wäre, wenn er selbst sein Haus bewohnt hätte.

kd: Was raten Sie, wenn es Streit gibt?

BK: Wenn unter Leuten, die zusammen in demselben Haus wohnen Verstimmungen oder Missverständnisse entstehen, so tut man wohl, die Erläuterung zu beschleunigen.

kd: Wird es sonst unangenehm?

BK: Nichts ist peinlicher, als mit Personen unter einem Dach zu leben, gegen die man einen Widerwillen hegt.

kd: Vielen Dank für das Gespräch. Nächsten Donnerstag machen wir weiter mit der Gastfreundschaft.

Illustration Christina Pfeiffer

Zur Diskussion im knigge.de Forum

 
 
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