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Adolph Freiherr Knigge

knigge.de - Manieren per Mausklick. Das Portal für Stil- und Etikettefragen mit einer umfangreichen Biographie von Adolph Freiherr Knigge.

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Adolph Freiherr Knigge

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Knigge im Gespräch - Freundschaft

Knigge im Gespräch - Freundschaft
 
 
  Knigge im Gespräch - Freundschaft  
  „Über den Umgang mit Menschen“ von 1788 ist Adolph Freiherr Knigges bekanntestes Werk. Darin hat er wenig über den Umgang mit Messer und Gabel und über Kleiderordnung geschrieben. Sein Augenmerk lag in dem achtsamen Umgang miteinander und mit sich selbst.

 
 
 
knigge
Sind Manieren oberflächliche Formsache oder steckt mehr dahinter?

knigge.de: Von der Ehe wandern wir nun zur Freundschaft, lieber Baron Knigge. Sind Freunde, die uns in der Not nicht verlassen selten?

Baron Knigge: Sei du einer dieser seltenen Freunde. Hilf, rette, wenn du es vermagst.

kd: Wie weit sollte man für die Freundschaft gehen?

BK: Vergiss auch bei der Freundschaft nicht, was Klugheit und Gerechtigkeit gegen dich und andere von dir fordern.

kd: Fanden Sie es schwer, treue Freunde zu finden?

BK: Nicht halb so schwer, wie man gewöhnlich glaubt.

kd: Sind unsere Forderungen an die Freundschaft möglicherweise überspannt?

 
 
Hingabe
BK: Freilich, wenn wir gänzliche Hingebung, unbedingte Aufopferung, Verleugnung alles eigenen Interesses in höchst kritischen Augenblicken, blinde Ergreifung unserer Partei gegen eigene bessere Überzeugung, sogar Bewunderung unserer Fehler, Billigung unserer Torheiten, Mitwirkung bei unseren leidenschaftlichen Verirrungen – mit einem Worte, wenn wir mehr fordern, als von Menschen verlangt werden darf, die Fleisch und Bein sind und freien Willen haben, so werden wir nicht leicht ein Wesen finden, dass sich so gänzlich in unsere Arme würfe.

kd: Das ist einleuchtend.

BK: Suchen wir aber verständige Menschen, die Freude finden am dem, was uns freut, die uns lieben, ohne von uns bezaubert, das Gute in uns schätzen, ohne blind gegen unsere Schwächen zu sein, uns die Wahrheit nicht verhehlen, uns aufmerksam auf unsere Mängel machen, ohne uns vorsätzlich zu beleidigen – suchen wir ernstlich solche, so finden wir deren gewiss.

kd: Viele?

BK: Nein! Das sage ich nicht. Aber doch wohl en paar für jeden Biedermann – und was braucht man mehr in dieser Welt?

kd: Habe ich einen Freund, so bewahre ich ihn auch.

BK: Halte ihn in Ehren, auch dann, wenn das Glück dich plötzlich über ihn erhebt, auch da, wo dein Freund nicht glänzt.

kd: Eine Freundschaft kann ja manchmal ziemlich viel von einem verlangen, nicht wahr?

BK: Fordere nicht mehr von einem Freund, als du selbst leisten würdest. Ergreife die Partei deines Freundes, aber nicht auf Unkosten der Gerechtigkeit und Redlichkeit.

kd: Wie ist es, wenn man mit seinem Freund nicht übereinstimmt?

BK: Du sollst nicht seine Übereilung verteidigen, seine Leidenschaft als Tugend erheben, in kleinen Zwistigkeiten mit anderen Menschen, wenn er unrecht hat, vorsätzlich die Partei des Beleidigers verstärken, dich nicht mit in sein Verderben stürzen, wenn ihm dadurch nicht geholfen wird.

kd: Wie kann ich einem Freund helfen, der in Schwierigkeiten ist?

BK: Retten sollst du seinen Ruf, wenn er unschuldig verleumdet wird, auch dann, wenn jedermann ihn verlässt und verkennt, sobald du hoffen darfst, dass dies ihm Vorteil bringen kann.

kd: Dazu gehört auch, öffentlich zu seinem Freund zu stehen?

 
 
Verteidigung
BK: Öffentlich ehren sollst du den Edlen und dich nie deiner Verbindung mit ihm schämen, wenn Schicksale oder böse Menschen ihn unverdient zu Boden gedrückt haben. Nicht mitlächeln sollst du, wenn ihn lose Buben hinter seinem Rücken her höhnen.

kd: Muss diese Bereitschaft auf Gegenseitigkeit beruhen?

BK: Tobe nicht, klage nicht, wenn andere nicht ein Gleiches für dich tun. Nicht immer herrscht böser Wille bei ihnen.

kd: Liegt es daran, dass schwache Menschen unsichere Freunde sind?

BK: Schiebe die Schuld auf das ängstliche Temperament der meisten Leute auf ihre Abhängigkeit von äußeren Umständen, auf die Notwendigkeit, durch Gunst sein Glück zu machen. Wie wenig Menschen bleiben übrig, mit denen du Hand in Hand auf dieser Erde durch dick und dünn wandeln könntest, wenn du es so genau nehmen wolltest.

kd: Müssen sich unsere Freunde manchmal einfach nur schützen?

BK: Es ist auch der Fall da, dass sich unsere Freunde die Rechtfertigung schuldig sind, dass sie nicht in unsere Torheiten verwickelt gewesen sind.

Illustrationen Christina Pfeiffer

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