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Adolph Freiherr Knigge

knigge.de - Manieren per Mausklick. Das Portal für Stil- und Etikettefragen mit einer umfangreichen Biographie von Adolph Freiherr Knigge.

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Adolph Freiherr Knigge

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Knigge im Gespräch - Überflüssiger Rat

Knigge im Gespräch - Überflüssiger Rat
 
 
  Knigge im Gespräch - Überflüssiger Rat  
  „Über den Umgang mit Menschen“ von 1788 ist Adolph Freiherr Knigges bekanntestes Werk. Darin hat er wenig über den Umgang mit Messer und Gabel und über Kleiderordnung geschrieben. Sein Augenmerk lag in dem achtsamen Umgang miteinander und mit sich selbst.

 
 
 
Knigge im Sessel
Sind Manieren oberflächliche Formsache oder steckt mehr dahinter?

knigge.de: Lieber Baron, Dorothy Parker nannte eines ihrer Gedichte „Überflüssiger Rat“ und da ging es um Verleumdungen...

Baron Knigge: Werde nie hitzig oder grob gegen Deine Feinde, weder in Gesprächen noch Schriften.

kd: Ihr Gedicht gibt folgenden – überflüssigen – Rat: „Sollten Menschen Falsches über dich flüstern, mache Dir nicht die Mühe es zu leugnen. Sollten ihre Worte wahr sein, weine und wüte und schwöre, dass sie lügen“. Was sagen Sie dazu?

BK: Wenn man unschuldig verleumdet, angeklagt, verkannt wird, so zeige man Stolz und Würde in seinem Betragen. Die Zeit wird alles aufklären.

kd: Sie haben sich also an die Maxime gehalten „beschwere Dich nie, erkläre Dich nie“?

BK: Wenn böser Wille und Leidenschaft bei Deinen Feinden im Spiel ist, so lasse Dich auf keine Art von Explikation ein.

 
 
 
Gerüchte ignorieren
kd: Ihre Gegner haben Sie also mit Verachtung bestraft?

BK: Klatschereien werden am leichtesten widerlegt, wenn man sich gar nicht darum bekümmert.

kd: Mit welchen Waffen haben Sie noch gegen Ihre Feinde gekämpft?

BK: Solange sich´s irgend tun lässt mit einer edlen, großmütigen, immer gleichen, graden Behandlung.

kd: Haben sich Ihre Feinde niemals vor Ihrer Rache fürchten müssen?

BK: Sie mussten Rache nicht fürchten, sondern fürchten, dass sie selber sich in den Augen des Publikums herabsetzten, wenn sie fortfuhren, einen Menschen zu verfolgen, dem niemand seine Ehrerbietung versagte.

kd: Hat diese nahezu stoische Haltung immer ihre Wirkung gezeigt?

BK: Macht Dein Stillschweigen Deine Feinde noch kecker, dann zeige einmal mit großer Kraft, was Du tun könntest, wenn Du wolltest.

kd: Winkelzüge sind hier angesagt?

BK: Nein. Vereine Dich auch nie mit schlechten Leuten. Mache keine gemeinschaftliche Sache mit Schelmen, um den anderen zu bekämpfen, sondern tritt ganz allein mutig, kühn, schnell, grade und öffentlich gegen sie auf.

kd: Was halten Sie von der Versöhnung in Streitfällen?

BK: Lass Dir nie zweimal die Hand zur Versöhnung reichen. Vergiss dann alle Beleidigungen, auch wenn Du fürchten musst, dass dieser Mensch die Feindseligkeit erneuern wird.

kd: Sie geben nicht auf, an das Noble im Menschen zu glauben?

BK: Es ist besser, unschuldigerweise zum zweiten Mal beleidigt zu werden, als ein einziges Mal den Menschen zu kränken, der es mit seiner Rückkehr zu Dir ernst meint.

kd: Sie haben die Menschen offensichtlich gut studiert, vor allem während konfliktreichen Auseinandersetzungen.

BK: Man hat oft die beste Gelegenheit, die Gemütsart eines Menschen dann kennenzulernen, wenn er uns beleidigt hat.

kd: Was haben Sie in diesem Fall beobachten können?

BK: Ich habe darauf geachtet, ob er es durch Bitten um Verzeihung wieder gut zu machen sucht – und wie? Gleich oder spät nachher? Öffentlich oder heimlich? Und warum nicht gleich und nicht vor allen Leuten? Aus Starrköpfigkeit, Eitelkeit oder Blödigkeit? Oder ob er gar keinen Schritt tut, sondern uns laufen lässt, wohl gar mault und Feindschaft auf den Beleidigten wirft? Ob jenes aus Leichtsinn oder Tücke? Oder ob er den Fehler zu beschönigen sucht, Winkelzüge macht, den Gesichtspunkt zu verrücken sucht, um recht zu behalten?

kd: Was kann ich tun, wenn ich selber jemanden beleidigt habe?

BK: Suche sobald möglich Dein Unrecht gut zu machen. Nicht auf kriechende, aber auf herzlich Weise.

 
 
 
Kleine Leute
kd: Gilt das, was Sie über den Umgang mit Widersachern sagen auch für hohe Machtpositionen?

BK: Je vornehmer ein Mensch, der von Feinden verfolgt wird, um so wichtiger ist, dass er sich diese Vorschriften zu Nutze macht. Ein Minister wird oft durch kleine, sehr kleine Leute, deren Einfluss er verachtet, bloß dadurch gestürzt, dass er bei dem ersten Angriff Furchtsamkeit und Mangel an Zuversicht durchblicken lässt.

Illustrationen Christina Pfeiffer
 
 
< Dorothees Interview - Alexandra v. Rehlingen Knigge im Gespräch - Kabale und Krankheit >
 
   
   
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