| | | Alle Jahre wieder kürt die Jury der Aktion „Unwort des Jahres“ im Januar in Frankfurt/Main aus der Fülle aller aus der Bevölkerung eingereichten Vorschläge das Unwort des Jahres. Maßgeblich für die Auswahl ist, dass ein Wort bzw. eine Formulierung, die aus allen Bereichen der öffentlichen Kommunikation stammen können, laut Satzung der Aktion „die Erfordernisse sachlicher Angemessenheit und humanen Miteinanders besonders deutlich verfehlt“.
ca. 1800 Vorschläge gingen für die Wahl 2007 ein, darunter das Wort „klimaneutral“ (Platz 2), womit die Ausweitung des Flugverkehrs und anderer Technologien mit vermehrter Emission von CO2 geschönt werde, solange keine Maßnahmen zur Neutralisierung dieses Anstiegs angeboten würden. „entartet“ (Platz 3) von Kardinal Meisner, der in einer Predigt erklärte: „Dort, wo die Kultur vom Kultus, von der Gottesverehrung abgekoppelt wird, erstarrt der Kult im Ritualismus und die Kultur entartet. Sie verliert ihre Mitte.“ Die Ähnlichkeit dieses Wortes, mit der in der NS-Zeit verfolgten „entarteten Kunst“ führte auf Druck der Öffentlichkeit dazu, dass Kardinal Meisner seine Äußerung als „Missverständnis“ zurück zog.
Weitere Wort-Kandidaten waren -„epileptisches Singen“, mit dem Dieter Bohlen die Darbietung eines Bewerbers in der Show „Deutschland sucht den Superstar“ beschrieb sowie „Gebärmaschine“, zu der Bischof Mixa Frauen degradiert sah, die von einem vermehrten Angebot an Kinderbetreuung dazu verleitet würden, ihre Kinder schon sehr früh einer solchen Institution anzuvertrauen. Auch „Grundrechtsschonende Überwachungspraxis“ und „Bundestrojaner“ waren im Rennen.
Platz 1 erhielt das Wort „Herdprämie“, weil es Eltern, vor allem Frauen herabsetze, die ihre Kinder lieber selbst aufziehen statt sie in eine Betreuungseinrichtung zu geben (ähnlich auch „Gluckengehalt“ und „Aufzuchtprämie“).
Zur Diskussion im knigge.de Forum | Sachlich kein bißchen angemessen | |