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Dorothees Glosse aus Boston

Dorothees Glosse aus Boston
 
 
  Dorothees Glosse aus Boston  
  Dorothee hat sich an der Ostkueste der Vereinigten Staaten von Amerika in Sachen Manieren umgehoert. Dabei traf sie Miss Conduct, Kolumnistin beim Boston Globe und stellte ihr ein Paar Fragen zum Thema Etiquette und Manieren.

 
 
Dorothees Glosse aus Boston
Dorothee: Miss Conduct, es freut mich, dass Sie Zeit gefunden haben, fuer diese Kolumne ein Paar Fragen ueber Umgangsformen an der Ostkueste zu erlautern. Koennen wir Manieren an der Ostkueste mit Manieren in Europa vergleichen?

Miss Conduct: In Deutschland war ich noch nie. Boston wuerde ich eher mit London vergleichen. Jeder geht seinen Weg und sieht zu, dass er dabei den anderen in Ruhe laesst. Die Staedte sind allerdings eher laut, ganz anders ist hingegen Amsterdam. Dort geht alles viel leiser zu und die Menschen unterhalten sich in oeffentlichen Verkehrsmitteln nicht so laut, wie in den USA ueblich. Ich glaube allerdings, dass die Umgangsformen in den meisten Grosstaedten aehnlich und vergleichbar sind. Allein aus dem Grund, dass viele Menschen auf engem Raum miteinander klar kommen muessen.

Dorothee: Sind die Umgangsformen in den USA ueberall gleich?

Miss Conduct: Keineswegs. Wir Bostoner gelten zum Beispiel fuer einen Amerikaner aus dem Landesinneren als extrem unhoeflich. Wir sprechen keine Fremden an und beginnen auch keine Gespraeche auf der Strasse mit ihnen, wie es im Sueden der USA durchaus ueblich ist. Wie ich schon sagte, Boston ist da eher wie London, wo sich jeder um sein eigenes Leben kuemmert.

Dorothee: Englaender gelten als extrem hoeflich und eins der hoechsten Gebote der Umgangsformen ist, sich nicht zu beschweren und nicht aufzufallen. Gilt das auch fuer die Ostkueste?

Miss Conduct: Das ist hier ueberhaupt nicht so. Amerikaner gehen direkt und frontal miteinander um. Hier haben wir das Bewusstsein, dass man fuer seine Rechte eintreten darf. Jeder denkt von sich: “Ich habe ein Recht darauf, hier und respektiert zu sein”. Wir fordern dieses Recht stets direkt und oeffentlich ein. Das kann zu lautstarken Auseinandersetzungen fuehren, wenn man zum Beispiel in einer Schlange in einem Geschaeft uebersehen und uebergangen wird. Wir tun dies allerdings mit der Absicht, unser Recht einzufordern und nicht, um unsere Mitmenschen darauf hinzuweisen, dass sie sich nicht richtig verhalten haben.

Dorothee: Die Vereinigten Staaten sind ein Schmelztiegel unterschiedlicher Kulturen. Welche sind denn in dieser Vielfalt die Richtlinien fuer Manieren?

Miss Conduct: In unserem Land reicht es nicht, alle moeglichen Regeln zu kennen. Das Wichtigste, was wir beherrschen muessen, sind Toleranz und Flexiblitaet. Sowohl bei der Arbeit, als auch privat kommen so viele Menschen aus so unterschiedlichen Kulturen, mit den unterschiedlichsten Erfahrungen und obendrein noch unterschiedlichen Arbeitsstilen zusammen, dass eine standarisierte Etiquette, die in Europa moeglicherweise gueltig ist, hier nicht ausreicht. Wir muessen vor allem flexibel sein.

Dorothee: Wird bei einem Bewerbungsgespraech bei einer Bank zum Beispiel auch auf Kleiderordnung und Manieren Wert gelegt?

Miss Conduct: Natuerlich. Auch hier ist so etwas wichtig. Die Kleiderordnung variiert zwischen foermlichen und legeren Situationen. Von Bewerbern wird auch erwartet, dass sie es verstehen, sich gut vorzustellen und einen angenehmen Umgangston zu pflegen. An Schulen und Universitaeten werden deshalb Seminare angeboten, die die wichtigsten Punkte in Sachen Manieren bei einem Bewerbungsgespraech vermitteln.

Dorothee: Was wuerden Sie als die Quintessenz guter Manieren bezeichnen?

Miss Conduct: Zuhoeren zu koennen. Ich muss meinem Gespraechspartner – vor allem waehrend eines Bewerbungsgespraeches – vermitteln koennen, dass ich gut vorbereitet bin. Wichtig ist, dass anhand meiner Fragen erkennbar ist, dass ich gut informiert ueber das Unternehmen bin. Augenkontakt halten und ein guter Haendedruck sind ebenfalls ausschalggebend. Ein Bewerber muss in der Lage sein, ein Gespraech so zu fuehren, dass sich alle Beteiligten wohl fuehlen. Die Kommunikation nach einem Interview ist ebenfalls relevant; man bedankt sich fuer das Gespraech und tauscht Hoeflichkeiten aus.
Dorothee: Ein wesentlicher Punkt bei Manieren sind in Europa stets die Tischmanieren. Wie sehen die in den USA aus?

Miss Conduct: Darauf muessen wir wirklich mehr achten. Wir sind es gewohnt, oft allein und vor dem Fernseher zu essen. Dabei vernachlaessigen wir unsere Tischmanieren. Fuer mich sind sie nach wie vor wichtig. Wesentlich ist, dass wir beim Essen mit guten Tischmanieren vor allem Hoeflichkeit zum Ausdruck bringen. Also sollten wir so essen, dass es fuer unser Gegenueber bei Tisch so attraktiv, wie meoglich aussieht und nicht, wie ein Tier.

Dorothee: Gibt es in den USA eine Figur, die eine aehnliche Rolle, wie Baron Knigge im 18. Jahrhundert in Deutschland gespielt hat?

Miss Conduct: Wir haben darin keine so lange Tradition. Emily Post hat in den USA Manieren vermittelt. Ihr Buch "Etiquette in Society, in Business, in Politics and at Home" erschien 1922. Es erscheint in staendig aktualisierten Ausgaben und es gibt auch ein Emily Post Institute.

Dorothee: Miss Conduct, vielen Dank fuer dieses spannende Gespraech.

Miss Conduct schreibt regelmaessig im Boston Globe

Illustration Christina Pfeiffer

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